Nicht Nichts?

Das Nichts.

Wer hat sich nicht schon einmal Gedanken darüber gemacht? Dumm nur, dass wir Menschen etwas sind – und da, wo etwas ist, kann nicht nichts sein. Die logische Folgerung daraus: Wir Menschen werden das Nichts niemals erleben. Aber dennoch haben wir eine Vorstellung davon, dass es ein Nichts gibt. Warum?

Nach Heidegger offenbart sich das Nichts erst durch das Sein. Es ist zu spüren als „das Befremdliche“ oder „das Andere“, als eine Angst, die nicht zu zu ordnen ist, die als seltsame Ruhe alles durchzieht, fast wie eine Stimmung der Langweile.

Halt, Moment mal.

Genauso fühle ich mich ja gerade!

Die Prüfungen des Semesters sind geschrieben, der Stress ist vorbei, ENDLICH könnte man jetzt wieder die Dinge machen, die Spaß machen, z.B. lesen, raus gehen, was Schönes kochen … und ich mache: Nichts.

Und da kommt sie auch schon, diese befremdliche Stimmung der Angst, ausgelöst durch die Frage in meinem Kopf: Was mache ich jetzt eigentlich nach dem Studium? Gepaart mit dieser Langweile, sobald ich merke: Mist, jetzt liege ich ja immer noch hier im Bett und starre die Wand an.

Sartre allerdings schreibt in „Das Sein und das Nichts“, dass das Nichts die Freiheit ist, die dem Menschen inne wohnt und die er nicht ablegen kann. Nach Sartre bin ich als Mensch das einzige Wesen, das sich von Vergangenheit und Zukunft distanzieren kann und die Freiheit besitzt, sich völlig neu zu entwerfen!

Hm, das klingt ja schon mal tröstlich. Dumm nur, dass als erster Entwurf für meine Gliederung zur Bachelor Arbeit auf meinem Laptop Bildschirm … immer noch nichts steht.

Tja, von Nichts kommt halt Nichts, sagt der Kritiker in meinem Kopf. Doch diesmal muss ich seine These strengstens widerlegen. Das Universum ist doch auch irgendwann mal aus dem Nichts entstanden, oder? Und wenn nicht, dann muss es davor schon immer Etwas gegeben haben; ebenfalls ein Paradoxon, das aber auf jeden Fall impliziert, dass es Etwas schon immer gab – und somit das Nichts nicht sein kann.

Und die logische Schlussfolgerung daraus, die sich mir wie eine plötzlich Erleuchtung offenbart: Heureka! Meine Bachelor Arbeit kann gar nicht nicht sein! Entweder sie wird aus dem Nichts entstehen, und dann ist sie nicht nichts mehr, oder sie war schon immer da, weil es sie schon immer gab!

Wahnsinn!

… oder ein philosophischer Trugschluss? Ich glaub, ich frag lieber mal den Lesch …

 

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