Über den Sinn

Wie oft sitze ich vor den Nachrichten und verdränge danach alles wieder, weil es mir einfach zu weh tut?

Aber wenn ich über Carola Rackete oder Greta Thunberg lese, dann ist in mir ein Hoffnungsschimmer. Gleichzeitig bin ich so unsagbar erschüttert über das, was grade auf dieser Welt passiert.

Dass man sehenden Auges Geflüchtete sterben lässt und dies mit irgendwelchen Richtlinien oder Bestimmungen abtut … wie ich schon damals im Fall Griechenland gesagt habe, es muss eine ethische Grenze geben, bei der nur noch eines vertretbar ist, nämlich, so zu handeln, dass Menschen ihr Leben und ihre Würde behalten. Alles andere ist durch NICHTS vertretbar. Es ist schon so unfassbar schamlos, überhaupt darüber zu diskutieren.

Und dann der Klimawandel … wie die Menschheit sich sehenden Auges in den Schlamassel reitet und die meisten immer noch so tun, als hätte das alles nichts mit ihnen selber zu tun. Wenn ich Bäume und Tiere bertrachte, denke ich immer, hoffentlich überlebt uns das alles, hoffentlich wächst und gedeiht nach uns die Natur weiter. Wir haben dann zwar nichts mehr davon, aber allein die Tatsache, was es für wunderbare Dinge auf dieser Welt gibt, macht es so unsagbar schwer, sich vorzustellen, das alles gäbe es nicht mehr. Ich wünsche mir, dass es um seiner selbst willen blühen und leben kann, nicht, weil es Menschen einen besonderen Nutzen zurückgeben soll.

Das alles geht soweit, dass ich das gesamte System irgendwann für so grundsätzlich falsch halte. Der Kapitalismus hat dafür gesorgt, dass einige wenige sich bereichert haben und andere in mehreren Jobs schuften müssen. Gerade die, die es nicht nötig haben, kriegen noch mehr in den Arsch geschoben und können noch mehr drauf scheißen, was auf dieser Welt schiefläuft. Wenn Menschen einfach füreinander da wären und tolerant und demütig mit der Natur und anderen umgehen würden, bräuchten wir dieses System nicht. Bestimmt gäbe es dann auch nicht so viele dieser Zivilisationskrankheiten. Und wenn du depressiv wirst, kriegst du gesagt, dass mit dir etwas nicht stimmt – kann es nicht vielleicht sein, dass in diesem ganzen System etwas nicht stimmt?

Mag sein, dass ich ein wenig zu Schwarzweiß sehe. Mag aber auch sein, dass wir hier das System einfach viel zu wenig hinterfragen und alles einfach so hinnehmen, wie es ist. Wer bringt denn Migräne-Anfälle oder Haarausfall mit einer Vollzeitwoche in Verbindung, in der er grundsätzlich Dinge tut, die für ihn keinen Sinn ergeben?

Viktor Frankl hat die Logotherapie entwickelt, weil er meinte, dass der Mensch in dem, was er tut oder getan hat, einen Sinn finden will oder muss. Ich bin derselben Meinung. Der Mensch wird ansonsten zur Maschine, er entfremdet sich von seinem Körper und der Natur um ihn herum und stumpft ab.

Darum bewundere ich Frauen wie Carola Rackete oder Greta Thunberg. Sie haben einfach nicht das gemacht, was man von ihnen erwartet hat, sondern sind einem Weg gefolgt, der für sie Sinn ergab.

Lasst uns mehr Wege gehen, die anders sind. Und mehr Sinn ergeben.

 

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